Das ist Leben ist wirklich kein Ponyhof!

Das Zimmer unserer Tochter ist seit ca. einem Jahr mein Büro. Zu Anfang haben wir immer noch vom Zimmer unserer Tochter gesprochen. Mittlerweile ertappe auch ich mich immer häufiger dabei, es nur noch als Büro zu bezeichnen. Sobald mir das auffällt erschrecke ich mich immer und fühle mich schuldig. Das Zimmer meiner geliebten Tochter ist plötzlich nur noch das Büro?

Auf meinen Schreibtisch stehen natürlich Fotos meiner Tochter, an den Wänden hängen von ihr gemalte Bilder, der Hintergrund vom Tablet zeigt ein gemaltes Bild von ihr und der Hintergrund vom Telefon ist natürlich ein Foto von ihr. Sie ist überall und doch so fern! Oft schaut man durch diese Bilder einfach hindurch. Man blendet sie quasi aus, man sieht sie nicht. Es ist wie beim Auto- oder Radfahren. Die Konzentration ist nach vorne, auf die Straße gerichtet und was links und rechts des Weges liegt bekommt man nur gelegentlich mit.

Was im Alltag einem das Leben erleichtert, uns fokussiert an Dingen arbeiten lässt, fühlt sich in Bezug auf diesen Verlust wie Verrat an meiner Tochter an! Das Gefühl zu vergessen, durch sie hindurchzublicken ohne sie wahrzunehmen schmerzt! Wenn ich abends in Bett gehe, so gebe ich meiner Süßen immer einen Kuss auf das Foto auf meinem Telefon. Ab und an passiert es, dass ich es vergesse. Wenn mir das am nächsten Morgen auffällt fühle ich mich schuldig, denn ich habe das Gefühl sie zu vernachlässigen und zu vergessen.

Der Umgang mit Erinnerungen, der Sehnsucht und dem Verlust ist eine tägliche Herausforderung!
Auf der einen Seite wünscht man sich Normalität, ohne Angst und Schmerz, aber tritt dies für einen Moment ein fühlt man sich schuldig.

Das ist Leben ist wirklich kein Ponyhof!

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